Bilder als alternatives Investment

Man muss nicht immer in Aktien investieren – es gibt sehr wohl auch eine interessante Alternative zu Wertpapieren, kapitalbildenden Versicherungen oder Fondssparplänen. Die Rede ist von der Fotokunst. Großformatige Werke eignen sich nicht nur für die Verschönerung der Wohnwände, sondern lohnen sich mitunter auch finanziell.

Bilder als alternatives Investment

Quelle: pixabay.com/Tasos Lekkas

Lohnt sich eine Investition in die Fotokunst?

Ein gutes Beispiel ist ein Werk des Fotokünstlers Thomas Struth aus Düsseldorf. “Distillation Column, Gladbeck”, so der Name, erzielte im Jahr 2009 einen maximalen Schätzpreis von 8.000 Euro. Im Zuge der Auktion, die 2016 stattfand, wurden für das Bild 13.000 Euro bezahlt. Die Struth-Fotografie “Galleria Dell’Accademia, Venezia”, die im Jahr 1992 geschaffen wurde, erzielte im Jahr 1995 einen Auktionspreis von 10.580 Euro. Der damalige Schätzpreis lag bei maximal 6.000 Euro. Auch das Werk “13h 18m/-60°”, geschaffen von Thomas Ruff, wurde für 100.000 Dollar (ca. 85.000€ laut CMC Markets) verkauft – auch hier lag der Schätzpreis bei maximal 50.000 Euro. Derartige Beispiele zeigen sehr wohl, dass Fotos durchaus bildschöne Gewinne mit sich bringen können. Der einzige Nachteil? Die Wertsteigerung wird natürlich nicht garantiert. Am Ende braucht der Anleger auch ein wenig Glück.

Auf was sollten die Anleger achten?

“Sind Bildsprache und Motive nicht gefragt, so geht der Preis nach unten”, so Constanze Clauß vom “Photoindustrie-Verband” (PIV). Zudem ist das Sammeln von Fotokunst nicht nur ein reines Investment – es muss schon ein Bezug zur Fotografie vorhanden sein. “Wer sein Geld in ein teures Werk steckt, der muss sich auch angesprochen fühlen”, so Eleonora Frolov (“Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler”). Wer sich für die Fotokunst interessiert, sollte darauf achten, dass sein Werk keine zu hohe Auflage hat. Idealerweise gibt es nicht mehr als 100 Werke. Ab 1000 Stück spricht man schon vom Massenprodukt – das hat natürlich negative Auswirkungen auf den Wiederverkaufspreis. Ist dem Käufer die Wertsteigerung wichtig, sollte er in Werke investieren, die von bereits bekannten Künstlern geschaffen wurden. Das heißt, im Vorfeld muss der Anleger einmal recherchieren, ob die Werke des Künstlers bereits ausgestellt wurden; auch ein Stempel oder eine Signatur des Künstlers sind empfehlenswert, sodass ganz klar nachvollzogen werden kann, dass das Werk von ihm geschaffen wurde.

Wann sollte das Bild verkauft werden?

Wer sein Geld in ein Bild investiert, muss es aber nicht in einer Kiste lagern, sodass es zu keiner Minderung des Wiederverkaufswerts kommt. Frolov weiß, dass viele Anleger ihre Kunstwerke aufhängen. “Zu beachten ist, dass viele Passepartouts Säure enthalten, sodass es zu einer Beschädigung der Fotos kommen kann. Das Foto sollte daher vom Profi gerahmt und hinter einem Museumglas aufbewahrt werden. Hohe Feuchtigkeit und Sonneneinstrahlungen können die Fotos ebenfalls schädigen, sodass sie niemals in der Küche, neben einem Fenster oder im Bad aufgehängt werden dürfen.” Soll das Bild eines Tages verkauft werden, so ist es ratsam, wenn ein Galerist oder Kunsthändler kontaktiert wird. “Hier sollte man auch nachfragen, ob es sich mitunter um einen guten Zeitpunkt handelt. Oft ist es besser, wenn man noch ein bis zwei Jahre wartet. Die Tipps sollte man keinesfalls ignorieren”, so Frolov.